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Neuartiges Coronavirus (COVID-19)

 

Aktuelle Situation international (Stand: 17.02.2020)

Umbenennung von Krankheit und Erreger

Am 11.02.2020 verlautbarte die WHO einen offiziellen Namen für die Erkrankung: COVID-19(coronavirus disease 2019). Die Bezeichnung für den Erreger wurde von 2019-nCoV auf SARS-CoV-2 geändert.

Weltweit wurden bisher insgesamt 71 333 bestätigte Fälle bekannt gegeben. 70 551 davon wurden in China(VRC) gemeldet. Von den 1 775 Todesfällen wurden alle in China (VRC) verzeichnet, bis auf jeweils einen Fall in Hong Kong, Taiwan, Japan, Frankreich und auf den Philippinen.

Derzeit betroffene Länder und Territorien sind China (einschließlich der Sonderverwaltungszonen Hong Kong und Macau), Taiwan, Thailand, Philippinen, Indien, Japan, Südkorea, USA, Vietnam, Singapur, Malaysia, Kanada, Nepal, Sri Lanka, Kambodscha, Australien, Vereinigte Arabische Emirate, Ägypten, Vereinigtes Königreich, Frankreich, Italien, Deutschland, Russland, Spanien, Schweden, Finnland und Belgien.

In der EU und dem EWR sowie dem Vereinigten Königreich wurden bisher 45 bestätigte Fälle gemeldet.

Das von der WHO herausgegebene Dashboard für SARS-CoV-2 spiegelt die Anzahl der bestätigten Krankheitsfälle weltweit wieder.

Aktuelle Situation Österreich

In Österreich wurde bis jetzt in keiner der untersuchten Proben das SARS-Coronavirus-2 nachgewiesen.

Es ist aber möglich, dass auch in Österreich Krankheitsfälle auftreten werden. Das Gesundheitsministerium beobachtet die aktuellen Entwicklungen sehr genau und ist mit den zuständigen nationalen und internationalen Behörden im stetigen Austausch.

Am Flughafen Wien Schwechat gilt eine erhöhte Aufmerksamkeit. Passagiere, die derzeit direkt aus Peking in Wien landen, werden vor ihrem Abflug in China bereits untersucht und die Behörden kontrollieren auch, ob sie in der jüngsten Vergangenheit in der Krisenregion rund um Wuhan waren.

Zudem werden Reisende, die direkt aus China nach Österreich mit dem Flugzeug einreisen, mit einem Temperaturscanner kontrolliert, um eine etwaige Erkrankung, die während des Flugs von Peking nach Wien aufgetreten sein könnte, zu erkennen. Das ist eine weitere Sicherheitsmaßnahme, um ein mögliches Auftreten des Coronavirus in Österreich zu verhindern.

Darüber hinaus gibt es für Reisende zusätzliches mehrsprachiges Informationsmaterial (Plakate, Flyer), das über den Coronavirus und entsprechende Verhaltensregeln informiert.

Übersicht

In China werden seit Dezember 2019 Krankheitsfälle, die durch SARS-CoV-2 ausgelöst wurden, gemeldet. Am stärksten betroffen ist die Provinz Hubei, insbesondere die Metropole Wuhan (circa 11 Millionen Einwohner). Den Ausgangspunkt bildet ein dortiger Tiermarkt, auf dem sich zunächst die meisten der später erkrankten Personen aufhielten. Der Markt wurde daraufhin am 1. Jänner 2020 geschlossen und desinfiziert. Die genaue Ausbruchsquelle ist derzeit noch unbekannt. Die Möglichkeit einer Mensch-zu Mensch-Übertragung ist laut Weltgesundheitsorganisation nachgewiesen. Als häufigste initiale Symptome werden Fieber, Husten und Atembeschwerden beschrieben. Darüber hinaus wurde bei den meisten Erkrankten ein milder Verlauf festgestellt, zu schweren Verläufen kam es bei circa 20% der Fälle. Neben China wurden nach und nach auch Fälle in anderen Ländern gemeldet, darunter auch in Europa (siehe „Aktuelle Situation international“). Laut chinesischen Behörden sind derzeit Reiseverbindungen von und zu Wuhan sowie weiteren Städten eingestellt. Öffentliche Veranstaltungen wurden abgesagt, um eine Verbreitung der Krankheit einzudämmen. Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit werden laufend erweitert.

Am 30.01.2020 trat das Notfallkomitee der WHO zusammen und rief einen Gesundheitsnotstand internationaler Tragweite aus (Public Health Event of International Concern). In einem offiziellen Statementwurden die Hintergründe und damit einhergehende Maßnahmenempfehlungen zusammengefasst. Weltweit werden alle Staaten dazu aufgerufen, das gemeinsame Vorgehen gegen eine Weiterverbreitung des Virus zu verstärken. Neben bisher getroffenen Maßnahmen sollen der Informationsaustausch und das Zusammenwirken in Forschungsbelangen intensiviert werden. Betont wurde die Notwendigkeit der gegenseitigen Unterstützung, eine Reise- oder Handelseinschränkung wurde nicht ausgesprochen.

Für Österreich hat der Ausruf des internationalen Gesundheitsnotstandes zunächst keine direkten Konsequenzen, da den Empfehlungen der WHO bereits nachgekommen wird.

Am 13.02.2020 berieten in Brüssel die EU-Gesundheitsminister bei einer Sonderratssitzung über COVID-19 mit dem Hauptziel der Aufrechterhaltung der Situation in Europa.

Risikoeinschätzung (kann sich durch neue Erkenntnisse kurzfristig ändern):

Aufgrund der nachgewiesenen Möglichkeit einer Mensch-zu-Mensch Übertragung ist mit dem Auftreten von weiteren Fällen in Europa zu rechnen. Eine rasche Weiterverbreitung der Infektion innerhalb der EU wird bei frühzeitiger Identifikation von Verdachtsfällen, entsprechender Kontaktpersonennachverfolgung sowie der Einhaltung von krankenhaushygienischen Maßnahmen derzeit als gering eingestuft.

  • Das Risiko einer SARS-CoV-2 Infektion für die Bevölkerung innerhalb der EU, des EWR sowie des Vereinigten Königreiches ist derzeit niedrig.
  • Das Risiko für BürgerInnen der EU, des EWR sowie des Vereinigten Königreichs, die in Gebiete, in der von anhaltender Übertragung von SARS-CoV-2 Infektionen ausgegangen werden muss, reisen oder sich in diesen Gebieten aufhalten, ist derzeit hoch.

Nähere Informationen zur Risikoeinschätzung der ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) finden Sie hier: https://www.ecdc.europa.eu/en/current-risk-assessment-novel-coronavirus-situation

Empfehlungen für Reisende nach/aus China

Aktuelle Hinweise des Außenministeriums hinsichtlich Sicherheitsrisiko und Reisewarnungen in Zusammenhang mit Reisen nach China finden Sie unter: https://www.bmeia.gv.at/reise-aufenthalt/reiseinformation/land/china/

Reisende nach China sollten Folgendes während Ihres Aufenthalts beachten:

  • Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig mit alkoholhaltigen Desinfektionsmitteln bzw. Wasser und Seife
  • Wenn Sie husten oder niesen, bedecken Sie Mund und Nase mit einem Papiertaschentuch bzw. Ihrer Ellenbeuge (nicht mit den Händen); entsorgen Sie das Papiertaschentuch umgehend und waschen Sie danach Ihre Hände
  • Vermeiden Sie den Kontakt zu kranken Menschen, die an Fieber und Husten leiden
  • Wenn Sie Symptome wie Fieber, Husten, Halsschmerzen oder Atembeschwerden entwickeln, suchen Sie medizinische Hilfe auf und beschreiben Sie Ihre Reiseroute
  • Vermeiden Sie Kontakt zu Tieren (lebend oder tot)
  • Meiden Sie Märkte mit lebenden Tieren oder tierischen Produkten
  • Vermeiden Sie den Verzehr von rohen oder nicht gar gekochten Tierprodukten

Reiserückkehrer aus China, die Fieber, Husten, Halsschmerzen oder Atemprobleme bekommen, sollten Folgendes beachten:

Sollten Sie während Ihrer Reise oder 14 Tage nach Ihrer Rückkehr aus China Symptome wie Fieber, Husten, Halsschmerzen oder Atembeschwerden entwickeln, gelten folgende Empfehlungen:

  • Bleiben Sie zu Hause und kontaktieren Sie einen Arzt
  • Informieren Sie den Arzt über Ihre Reise nach China und halten Sie sich an weitere Anweisungen Ihres Arztes
  • Wenn Sie husten oder niesen, bedecken Sie Mund und Nase mit einem Papiertaschentuch bzw. Ihrer Ellenbeuge (nicht mit den Händen); entsorgen Sie das Papiertaschentuch umgehend und waschen Sie danach Ihre Hände

Information für medizinisches Fachpersonal bezüglich SARS-CoV-2

Eine Verordnung zur Einführung einer amtlichen Meldepflicht für Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfälle durch  SARS-CoV-2 wurde vom Bundesminister für Arbeit, Soziales, Gesundheit, und Konsumentenschutz erlassen.

Zusätzlich wurde die Verordnung betreffend die Absonderung Kranker, Krankheitsverdächtiger und Ansteckungsverdächtiger und die Bezeichnung von Häusern und Wohnungen (Absonderungsverordnung), BGBl. Nr. 39/1915, durch BGBl. II Nr. 21/2020, abgeändert.

Falldefinition SARS-CoV-2 (vormals 2019-nCoV)

Verdachtsfall

Personen mit akuten Symptomen einer respiratorischen Infektion (zumindest eines der folgenden: Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit)

UND in den 14 Tagen vor Auftreten der Symptome:

  • Enger Kontakt mit einem bestätigten oder wahrscheinlichen COVID-19-Fall

ODER

  • Aufenthalt in einer Region in der von anhaltender Übertragung von SARS-CoV-2 ausgegangen werden muss  (Festland China, alle Provinzen)

ODER

  • Aufenthalt/Arbeit in einer Gesundheitseinrichtung wo Patienten mit einer SARS-CoV-2 -Infektion behandelt werden/wurden

 

Enger Kontakt wird definiert als:

  • Aufenthalt am selben Ort (Klassenzimmer, Arbeitsplatz, Wohnung/Haushalt, Krankenhaus oder andere Gesundheitseinrichtung, andere Wohn-Einrichtung, Kaserne oder Ferienlager – unabhängig von der Aufenthaltsdauer)
  • Versorgung bzw. Pflege als medizinisches Personal oder Familienmitglied eines wahrscheinlichen bzw. bestätigten Falles

 

Wahrscheinlicher Fall: Person, bei der kein Nachweis von SARS-CoV-2 durch ein geeignetes labordiagnostisches Verfahren durchgeführt wurde, aber

  • mit erfülltem klinischen Bild (akute Symptomatik einer respiratorischen Infektion)

UND

  • Engem Kontakt mit einem bestätigten Fall

Bestätigter Fall: Person mit labordiagnostischem Nachweis von SARS-CoV-2

Regionen, in denen von anhaltender Übertragung von SARS-CoV-2 ausgegangen werden muss: Festland China, alle Provinzen.

Eine aktualisierte Liste der betroffenen Regionen ist auf der ECDC Webseite verfügbar unter:https://www.ecdc.europa.eu/en/areas-presumed-ongoing-community-transmission-2019-ncov

Fachinformationen

Ein entsprechender Virusnukleinsäure-Nachweis ist nach telefonischer Rücksprache (01 40160 65517) am Zentrum für Virologie an der medizinischen Universität Wien möglich: https://www.virologie.meduniwien.ac.at/                                                                

Information für niedergelassene Ärztinnen/Ärzte: Vorgehen bei Verdacht auf SARS-CoV-2 Infektion

Information zur Kontakpersonennachverfolgung: Management von Kontaktpersonen (SARS-CoV-2)      

Informationen zur krankenhaushygienischen Vorgangsweise erhalten Sie unter dem folgenden Link: nCoV – Krankenhaushygienische Informationen

Weitere Informationen zu Blut- und Gewebespenden finden Sie unter folgendem Link:https://www.basg.gv.at/marktbeobachtung/amtliche-nachrichten/detail/novel-corona-virus-2019-ncov                                  

Weitere Informationen

Von der WHO wurden unterstützende Dokumente erstellt, die auf der WHO-Webseite abrufbar sind: https://www.who.int/

Weitere aktuelle Informationen sind auch auf der Webseite der ECDC abrufbar: https://www.ecdc.europa.eu/en/novel-coronavirus-china

Informationen der „National Health Commission of the People’s Republic of China” unter: http://www.nhc.gov.cn/

Inhaltlicher Stand: 17.02.2020

 

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